Nebenberuflich als Coach starten

Falls du schon länger mit dem Gedanken spielst, dir nebenberuflich ein Coaching-Business aufzubauen, wird dieser Artikel dich genau dabei unterstützen. Dabei solltest du ein paar Dinge beachten, um erfolgreich in die Selbstständigkeit zu starten. Auf dem Weg zum Coach wartet nämlich die ein oder andere Hürde auf dich.

Die gute Nachricht vorweg: Die Einstiegshürde für Coaches ist relativ gering. Es handelt sich hierbei um keine geschützte Berufsbezeichnung, wie es zum Beispiel bei Ärzten, Steuerberatern oder Fachwirten der Fall ist. Du benötigst also keine abgeschlossene Ausbildung oder gar ein absolviertes Studium. Weil es in dieser Hinsicht kein entsprechendes Gesetz gibt, kann rein theoretisch jeder als Coach tätig sein.

Das heißt allerdings noch lange nicht, dass jeder dazu in der Lage ist, sich auf dem Coaching-Markt zu behaupten. Dafür benötigst du fundiertes Expertenwissen in einem beliebigen Bereich, aber auch soziale Kompetenzen. Lass uns nun zum ersten Schritt übergehen, um darauf näher eingehen zu können:

Schritt 1: Dein Fachwissen überprüfen

Wie bei jeder selbständigen Tätigkeit musst du dich auf eine bestimmte Branche spezialisieren. Dabei werden dir praktisch keine Grenzen gesetzt. Sei es Motivation, mentale Stärke oder Business. In der heutigen Zeit gibt es in nahezu jedem Bereich die Möglichkeit, ein Coaching in Anspruch zu nehmen. Zwar wird keine nachweisbare Qualifikation benötigt, doch es ist definitiv von Vorteil, wenn du auf deinem Spezialgebiet etwas vorzuweisen hast. 

Als Coach ist es wichtig, ein souveränes Auftreten an den Tag zu legen und gut mit Menschen umgehen zu können. Dein Gegenüber muss das Gefühl haben, bei dir gut aufgehoben zu sein. Ein Coach wird als Autorität betrachtet, der seinen Klienten in einem speziellen Bereich auf das nächste Level bringen kann. Lerne, dich selbst zu präsentieren und einen kompetenten Eindruck zu hinterlassen.

Ebenso relevant sind rhetorische Fähigkeiten, die für eine starke Ausdrucksfähigkeit sorgen. Die gelehrten Inhalte müssen verständlich rübergebracht werden. Außerdem sollte Persönlichkeitsentwicklung ein fester Bestandteil deines Lebens sein, da ein Coach den Anspruch verfolgt, die beste Version von sich selbst und natürlich von seinen Klienten zu erschaffen.

Schritt 2: Eine Geschäftsstrategie entwickeln

Wenn du nebenberuflich als Coach durchstarten möchtest, brauchst du einen glasklaren Plan. Du musst wissen, was genau und vor allem wie du es erreichen willst. Dabei spielt die Analyse des Marktes eine fundamentale Rolle. Mache dir klar, wen du mit deiner Dienstleistung ansprechen möchtest und wie groß die Nachfrage dafür ist. Auch die Konkurrenz solltest du beobachten, um dich genauer positionieren zu können. Überlege dir gründlich, was du besser als deine Mitbewerber machen kannst. 

Formuliere deine Ziele und halte sie schriftlich fest. In einer alten Studie der Harvard University konnte ermittelt werden, dass Absolventen mit niedergeschriebenen Zielen nach ihrem Hochschulabschluss 10 Mal so viel Geld verdient haben, wie Absolventen ohne Ziele.

Online Marketing ist beim Aufbau eines Geschäfts nicht mehr wegzudenken. Mache dir daher Gedanken, welche Marketing-Methoden für dich Sinn ergeben. Auch die monatlichen Ausgaben für deine Werbezwecke musst du berücksichtigen.

Für diesen Schritt solltest du dir jede Menge Zeit nehmen. Ohne eine gut durchdachte Geschäftsstrategie ist dein Vorhaben zum Scheitern verurteilt.

Schritt 3: Der Schritt zum Gewerbeamt

Als Nächstes steht die Gewerbeanmeldung auf dem Plan. Das ist bei weitem nicht so kompliziert, wie du es dir vielleicht vorstellst. Rufe dazu einfach die Webseite deiner Stadt beziehungsweise der zuständigen Gemeinde auf und suche dort nach dem entsprechenden Dokument. Dort müsstest du entsprechende Vordrucke finden, die du dir sofort herunterladen und ausdrucken kannst. 

Das Ausfüllen des Formulars erklärt sich im Grunde genommen von selbst. Bei der Beschreibung deiner Tätigkeit solltest du so präzise Angaben wie möglich machen, um Missverständnisse zu vermeiden. Einige Felder sind für dich nicht von Bedeutung und können übersprungen werden, wie zum Beispiel die Anzahl der Mitarbeiter.

Sobald du fertig bist, steht der Besuch beim Gewerbeamt an. Dafür benötigst du neben dem ausgefüllten Gewerbeschein ein wenig Geld. In der Regel kostet die Anmeldung eines Gewerbes etwa 30 Euro. Nimm zur Sicherheit etwas mehr Geld mit oder informiere dich dazu vorher im Internet. Falls dir dazu die Zeit fehlt, kannst du das Formular alternativ auch per Brief verschicken. Die Rechnung wird dir im Anschluss zugesendet.

Bis deine Gewerbeanmeldung bearbeitet wurde, können mehrere Wochen vergehen. In dieser Zeit wirst du einen Brief vom örtlichen Finanzamt bekommen, in dem der Fragebogen zur steuerlichen Erfassung enthalten ist. Deutlich schneller geht es aber, wenn du dich beim Online-Finanzamt ELSTER anmeldest und den Fragebogen einfach online ausfüllst. Dies ist erst seit dem Jahr 2019 möglich und erspart es dir, die Formulare in Papierform übersenden zu müssen. Auch hier dauert es meist einige Wochen, bis du eine Bestätigung erhalten hast. 

Erst nachdem du dieses Formular ausgefüllt und elektronisch übermittelt hast, gilt dein Gewerbe als offiziell gemeldet. Bis dahin darfst du deine Tätigkeit jedoch bereits ohne Probleme ausüben.

Schritt 4: Erarbeite dir einen Expertenstatus

Um sich auf dem Coaching-Markt behaupten zu können, musst du dir einen Expertenstatus aufbauen. Der beste Weg dafür ist es, eine eigene Webseite zu erstellen und damit beginnen, regelmäßig Blogartikel zu veröffentlichen. Durch hochwertigen Content machst du auf dich aufmerksam und stellst dein Fachwissen unter Beweis. Auf Plattformen wie www.Fiverr.com kannst du dir zu relativ günstigen Preisen ein eigenes Logo erstellen lassen, um deine Marke nach außen zu tragen. 

Vergesse nicht, eine “Über mich”-Seite zu erstellen und dort ein wenig über deinen Werdegang zu berichten. Erzähle den Leuten, wer du bist, welche Hindernisse du in deinem Leben überwinden musstest und wofür du stehst. Auch ein sympathisches Foto solltest du hier einfügen, schließlich hast du nichts zu verbergen. Zeige dich transparent und verstelle dich nicht.

Ein guter Coach benötigt vor allem eines: Erfahrung. Komme deshalb schnellstmöglich in die Umsetzung und frage in deinem Bekanntenkreis herum, ob jemand an einer kostenlosen Coaching-Stunde interessiert ist. Bitte diese Personen danach um ehrliches Feedback, aus dem du wertvolle Schlüsse für deine zukünftige Arbeit ziehen kannst.

Soziale Plattformen sind für den Aufbau deines Expertenstatus ebenfalls von Bedeutung. Dazu kommen wir im Laufe des folgenden Schritts.

Schritt 5: Akquiriere deine ersten Kunden

Um effektive Kundenakquise betreiben zu können, musst du deine Zielgruppe haargenau kennen. Beschäftige dich ausführlich mit der Frage, welche Art von Menschen du ansprechen möchtest und wo sich diese aufhalten.

Die sozialen Netzwerke eignen sich hervorragend, um deiner Zielgruppe näher zu kommen. Denke darüber nach, welche Plattform für dich am ehesten in Frage kommt und erstelle dir dort ein aussagekräftiges Profil, auf dem du deine Dienstleistung vorstellst. Logge dich regelmäßig ein und teile wertvolle Beiträge, um von deiner Zielgruppe wahrgenommen zu werden. Auch thematisch passenden Gruppen solltest du beitreten, in denen du zu diesen Menschen direkten Kontakt aufnehmen kannst.

Erstelle ein kostenfreies PDF-Begrüßungspaket, in dem du deine Interessenten ausführlich über dein Coaching informierst und häufig gestellte Fragen beantwortest. Das Paket kannst du mithilfe eines Autoresponders über deine Webseite anbieten und im Gegenzug die Kontaktdaten des Interessenten gelangen. 

Um sein Geschenk zu erhalten, muss er seine Einwilligung geben, damit du ihm zukünftig rechtlich erlaubte Mails zusenden darfst. Dieses Verfahren kannst du nutzen, um deine potenziellen Kunden mit nützlichen Informationen zu versorgen und dadurch Vertrauen zu ihnen aufzubauen. Zu einem späteren Zeitpunkt könntest du eine exklusive Session anbieten, in der du auf ein spezifisches Problem deines Gegenübers eingehst.

Schritt 6: Bau dir ein Netzwerk auf

Networking ist als selbstständiger Coach unverzichtbar. Suche den Kontakt zu Experten aus deiner Branche, um von ihnen zu lernen und dir einen Namen zu machen. Möglicherweise kommst du auch mit dem ein oder anderen Interessenten ins Gespräch. Im Normalfall eignen sich dafür am besten physische Veranstaltungen, auf denen du unzähligen Gleichgesinnten begegnest. Angesichts der noch immer präsenten Corona-Krise ist dies jedoch aktuell nicht möglich. Daher musst du dich umso stärker auf die sozialen Netzwerke setzen.

Während für private Lebensbereiche Plattformen wie Facebook oder Instagram in Frage kommen, eignen sich Portale wie XING und LinkedIn für den geschäftlichen Bereich. Hierüber kannst du dir ein Netzwerk aus erfolgreichen Coaches aufbauen, mögliche Kooperationen erschließen und Empfehlungen aussprechen. Gerade in Zeiten der Pandemie sind die meisten Menschen durchaus offen für eine persönliche Konversation.

Schlusswort

Den Aufbau eines Coaching-Business solltest du als Marathonlauf betrachten. Um in dieser Branche langfristig erfolgreich zu werden, benötigst du neben fachlichen Kenntnissen und einem Geschäftsplan vor allem Durchhaltevermögen. Nebenberuflich starten ist jedenfalls der perfekte Weg, um risikofrei in den Coaching-Markt einzusteigen. Bilde dich stetig weiter, um eines Tages von deiner Selbstständigkeit bedenkenlos leben zu können. Auf dem Weg dorthin möchten wir dich in Zukunft mit allen Mitteln unterstützen.

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