Interviews

Hans Hoffmann und die Macht des Neuanfangs

Die meisten Menschen glauben, Sucht beginne mit einer Substanz. Mit Alkohol. Mit Cannabis. Mit Tabletten. Doch oft beginnt sie viel früher. In Momenten von Überforderung, Einsamkeit, innerem Druck oder dem Gefühl, dem eigenen Leben nicht mehr gewachsen zu sein. Was zunächst wie eine Lösung wirkt, wird mit der Zeit selbst zum Problem.

Hans Hoffmann stellt eine Sichtweise in den Raum, die polarisiert und gleichzeitig Hoffnung macht. Statt Sucht als lebenslange Krankheit zu betrachten, spricht er von einem erlernten Muster, das verändert werden kann. Im Interview erklärt er, warum viele klassische Ansätze aus seiner Sicht zu kurz greifen, weshalb gerade erfolgreiche Menschen besonders gefährdet sind und was echte Freiheit jenseits von bloßer Abstinenz ausmacht.

Interview mit Hans Hoffmann

Interview Hans Hoffmann

Warum sehen Sie Sucht nicht als Krankheit, sondern als erlernte Hilflosigkeit?

Wenn wir Sucht als unheilbare chronische Krankheit definieren, nehmen wir dem Menschen unbewusst die Verantwortung und damit die Macht über sein Handeln. Ich betrachte Sucht als eine erlernte Überlebensstrategie. Das Gehirn hat gelernt, dass eine Substanz kurzfristig emotionalen Schmerz lindert oder Stress reguliert.

Erlernte Hilflosigkeit entsteht dann, wenn der Betroffene glaubt, diesen Zustand nicht mehr aus eigener Kraft ändern zu können. Doch was gelernt wurde, kann auch „verlernt“ oder durch neue, gesündere Muster überschrieben werden. Sucht ist keine biologische Sackgasse, sondern ein Zustand psychischer Erstarrung, aus dem man erwachen kann.

Was läuft aus Ihrer Sicht in klassischen Entzugs- und Therapiemodellen grundlegend falsch?

Das Hauptproblem ist die massive Zeitverzögerung und die Fokussierung auf die Vergangenheit. Viele Modelle halten den Klienten monatelang in einer „Patientenrolle“. Es wird ununterbrochen über das Problem geredet, was die neuronalen Bahnen der Sucht oft eher festigt als löst.

Zudem ist die Rückfallquote so hoch, weil die Menschen in einem geschützten Raum (Klinik) „clean“ werden, aber keine Werkzeuge für die echte Welt mitbekommen. Wir müssen nicht das „Nicht-Mehr-Trinken“ trainieren, sondern das „Wieder-Voll-Leben“.

Wie schaffen Sie es, in nur wenigen Tagen Veränderungen zu erreichen, für die andere Monate oder Jahre brauchen?

Wir arbeiten nicht an den Symptomen, sondern an der Identität. Eine psychologische Umprogrammierung muss intensiv und fokussiert sein. Durch hochkonzentrierte Coaching-Interventionen unterbrechen wir das alte Reiz-Reaktions-Schema dort, wo es entsteht: im Unterbewusstsein.

Wenn ein Klient versteht, dass er nicht „der Alkoholiker“ ist, sondern jemand, der sich bisher nur suboptimal reguliert hat, bricht das Kartenhaus der Sucht sehr schnell zusammen. Schnelligkeit ist hier ein Vorteil, kein Mangel an Gründlichkeit – sie nutzt die plastische Kraft des Gehirns.

Warum sind gerade erfolgreiche Unternehmer und Führungskräfte besonders anfällig für Suchtmuster?

Hans HoffmannFührungskräfte leben oft in einer permanenten Hochspannung. Die Einsamkeit an der Spitze, kombiniert mit dem Druck, keine Schwäche zeigen zu dürfen, macht Substanzen zu einem verführerischen „Ausschaltknopf“.

Für sie ist Sucht oft das Resultat eines fehlgeleiteten Performance-Managements.

Sie nutzen den Stoff, um am Abend runterzufahren oder am Morgen zu funktionieren. Da sie im Job extrem diszipliniert sind, glauben sie lange Zeit, sie hätten auch den Konsum unter Kontrolle – bis das System kollabiert.

Hans Hoffmann: Wenn Verzicht keine Lösung ist

Zitat Hans Hoffmann

Wie bewerten Sie Cannabis im heutigen Kontext: unterschätzte Einstiegsdroge oder längst gesellschaftlich verharmloste Alltagsdroge?

Wir erleben gerade eine gefährliche Verharmlosung. Während die medizinische Nutzung ihren Platz hat, wird der Freizeitkonsum oft als „Bio-Alternative“ zum Alkohol verklärt.

Doch Cannabis ist heute hochgezüchtet und hat mit dem Kraut der 70er Jahre nichts mehr zu tun. Es erzeugt eine subtile, schleichende psychische Abhängigkeit, die Ambitionen killt und emotionale Reifeprozesse einfriert. Es ist die Droge der „sanften Stagnation“.

Was unterscheidet echte nachhaltige Befreiung von kurzfristigem „Funktionieren ohne Substanz“?

Wer nur „funktioniert“, verspürt permanenten Verzicht. Er braucht Willenskraft, um nicht rückfällig zu werden. Willenskraft ist jedoch eine endliche Ressource.

Echte Befreiung bedeutet, dass der Suchtdruck verschwindet, weil das Bedürfnis nach der Substanz wegfällt. Ein freier Mensch vermisst das Gift nicht – er ist froh, es los zu sein. Die emotionale Freiheit ist das Ziel, nicht die reine Abstinenz-Statistik.

Woran erkennt jemand, dass er die Kontrolle verliert und wie kann man mit Ihnen in Kontakt treten?

Der Kontrollverlust beginnt dort, wo man anfängt, sich selbst zu belügen oder den Konsum vor anderen zu rechtfertigen. Wenn der erste Gedanke nach dem Aufstehen oder der letzte vor dem Feierabend der Substanz gilt, ist die Grenze überschritten.

Kontakt zu mir und meinem Team kann man diskret über meine Website aufnehmen, wo wir in einem Erstgespräch klären, ob mein intensiver Ansatz für die jeweilige Situation geeignet ist.

Über Hans Hoffmann

Hans ist Experte für diskrete Suchtbefreiung und spezialisiert auf die Arbeit mit High-Performern. Mit seinem radikalen Ansatz, der Sucht als lösbares Verhaltensmuster statt als Krankheit begreift, führt er Menschen in Rekordzeit zurück in die volle Souveränität.

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