Wer eine GmbH führt, stellt sich oft die Frage, wie man Geld aus GmbH steuerfrei entnehmen kann. Schließlich ist es das Ziel vieler Unternehmerinnen und Unternehmer, sich die Früchte ihrer Arbeit auszahlen zu lassen, ohne dabei in eine übermäßige Steuerlast zu geraten.
Dieser Artikel zeigt dir, welche legalen Möglichkeiten es gibt, wie du Geld aus deiner GmbH steuerfrei entnehmen kannst, welche Fallstricke du vermeiden musst und welche Rolle dein Gehalt, Ausschüttungen, Darlehen oder eine Holding dabei spielen können. Wer diese Gestaltungsformen kennt, kann nicht nur Steuern sparen, sondern auch die finanzielle Struktur der GmbH nachhaltig stärken.
Was bedeutet es, Geld aus GmbH steuerfrei entnehmen zu wollen?

Der Wunsch, Geld aus GmbH steuerfrei entnehmen zu können, ist nachvollziehbar. Doch in der Realität ist das nur in ganz bestimmten Fällen möglich. In den meisten Konstellationen wird eine Entnahme als Gewinnausschüttung oder als Gehaltszahlung behandelt und ist entsprechend steuerpflichtig. Steuerfrei kann die Entnahme nur dann sein, wenn es sich beispielsweise um die Rückzahlung eines Gesellschafterdarlehens handelt oder betriebliche Sachleistungen genutzt werden, die unterhalb bestimmter Freibeträge liegen.
Ziel sollte es nicht sein, Steuerzahlungen vollständig zu umgehen, sondern die steuerliche Belastung durch kluge Gestaltung zu reduzieren. Dabei hilft ein grundlegendes Verständnis der verschiedenen Entnahmearten sowie eine enge Zusammenarbeit mit einem erfahrenen Steuerberater.
Ausschüttung als klassische Form der Entnahme
Eine der häufigsten Methoden, um Geld aus der GmbH zu entnehmen, ist die Ausschüttung von Gewinnen. Nach Ablauf des Geschäftsjahres wird durch die Gesellschafterversammlung entschieden, wie der Gewinn verwendet werden soll. Wird er ausgeschüttet, erhält der oder die Gesellschafter einen Anteil am Jahresüberschuss.
Diese Ausschüttung ist auf Ebene der GmbH bereits durch die Körperschaftsteuer und ggf. Gewerbesteuer belastet worden. Auf Gesellschafterebene wird die Besteuerung entweder pauschal über die Abgeltungssteuer oder über das Teileinkünfteverfahren vorgenommen. Zwar ist das keine steuerfreie Entnahme, doch je nach persönlicher Einkommenssituation kann es steuerlich vorteilhaft sein.
Gehalt als Geschäftsführer und seine steuerliche Wirkung
Als Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH kannst du dir ein Gehalt auszahlen. Dieses wird auf Ebene der GmbH als Betriebsausgabe verbucht und mindert somit den steuerpflichtigen Gewinn der Gesellschaft. Gleichzeitig unterliegt es jedoch der Lohnsteuer, gegebenenfalls der Kirchensteuer sowie den Sozialabgaben.
Ein Gehalt bietet also den Vorteil, dass die GmbH direkt steuern sparen kann. Für dich als Empfänger ist es hingegen eine reguläre Einnahme, die versteuert werden muss. Hier zeigt sich, dass die Entscheidung für Gehalt oder Ausschüttung immer auch eine Frage der persönlichen Situation ist und nicht pauschal beantwortet werden kann.
Geld aus GmbH steuerfrei entnehmen über Gesellschafterdarlehen

Ein interessanter Weg, um Geld aus GmbH steuerfrei entnehmen zu können, ist das Gesellschafterdarlehen. Hierbei verleiht entweder die GmbH dem Gesellschafter Geld oder umgekehrt. In beiden Fällen handelt es sich nicht um eine Gewinnausschüttung, sondern um eine finanzielle Transaktion mit Rückzahlungsverpflichtung.
Wird ein solches Darlehen korrekt vertraglich festgehalten, marktüblich verzinst und tatsächlich zurückgezahlt, erkennt das Finanzamt es in der Regel als legitime Form der Kapitalnutzung an. Die Rückzahlung selbst kann dann steuerfrei erfolgen, solange keine verdeckte Gewinnausschüttung vorliegt. Deshalb ist besondere Sorgfalt bei der Dokumentation erforderlich, um spätere Probleme mit dem Finanzamt zu vermeiden.
Holding nutzen für steuerlich günstige Strukturen
Eine besonders elegante Möglichkeit, Geld aus GmbH steuerfrei entnehmen zu gestalten, bietet sich durch die Gründung einer Holdingstruktur. Dabei hält nicht die natürliche Person, sondern eine zweite Kapitalgesellschaft die Anteile an der operativen GmbH. Ausschüttungen, die von der Tochtergesellschaft an die Holding fließen, sind zu 95 Prozent steuerfrei.
Dieses Modell eignet sich insbesondere für Unternehmer, die Kapital nicht sofort privat benötigen, sondern weiter unternehmerisch nutzen möchten. Innerhalb der Holding können neue Projekte finanziert, Rücklagen gebildet oder Beteiligungen erworben werden, ohne dass sofort Besteuerung auf privater Ebene anfällt. Damit lässt sich die Steuerlast langfristig optimieren.
Verdeckte Gewinnausschüttung vermeiden
Wer Geld aus der GmbH entnimmt, ohne dies ordnungsgemäß zu deklarieren, riskiert, dass das Finanzamt eine verdeckte Gewinnausschüttung unterstellt. Das ist beispielsweise der Fall, wenn überhöhte Gehälter gezahlt, private Ausgaben über die GmbH verbucht oder zinslose Darlehen gewährt werden.
In solchen Fällen wird die verdeckte Gewinnausschüttung nachträglich als reguläre Ausschüttung behandelt und muss versteuert werden. Zusätzlich verliert die GmbH den Abzug der entsprechenden Ausgaben. Deshalb ist es essenziell, alle Verträge, Leistungen und Entnahmen korrekt zu dokumentieren und sich an den steuerlich anerkannten Rahmen zu halten.
Sachbezüge als steuerlich begünstigte Alternative
Nicht immer muss die Entnahme von Geld im Vordergrund stehen. In vielen Fällen können Sachbezüge genutzt werden, um den privaten Vorteil steuerlich günstiger zu gestalten. Dazu zählen unter anderem die private Nutzung eines Firmenwagens, die Überlassung eines Handys oder steuerfreie Zuschüsse zu bestimmten Leistungen.
Diese betrieblich begründeten Leistungen sind oft bis zu einem bestimmten Freibetrag steuerfrei oder werden nur pauschal besteuert. Für GmbHs ist das eine Möglichkeit, den Gesellschafter-Geschäftsführer zu vergüten, ohne dass hohe Abgaben fällig werden. Auch hier ist entscheidend, dass alles marktüblich ist und keine verdeckten Gewinnausschüttungen entstehen.
Geld aus GmbH steuerfrei entnehmen über das Teileinkünfteverfahren

Eine interessante steuerliche Option für Gesellschafter, die sich Gewinnausschüttungen auszahlen lassen, ist das Teileinkünfteverfahren. Dabei sind nur 60 Prozent der erhaltenen Ausschüttung steuerpflichtig, 40 Prozent bleiben steuerfrei. Im Gegenzug können 60 Prozent der Werbungskosten abgesetzt werden.
Dieses Verfahren kann allerdings nur genutzt werden, wenn der Gesellschafter mindestens 25 Prozent an der GmbH hält oder beruflich dort tätig ist. Es eignet sich besonders für Personen mit einem niedrigen persönlichen Steuersatz, da es unter Umständen günstiger ist als die pauschale Abgeltungssteuer. Ein Steuerberater kann im Einzelfall berechnen, welche Variante die bessere ist.
Thesaurierung von Gewinnen innerhalb der GmbH
Nicht jede GmbH muss Gewinne sofort ausschütten. Gerade für den Aufbau von Rücklagen oder Investitionen ist es sinnvoll, die Gewinne in der GmbH zu thesaurieren. Das bedeutet, sie verbleiben im Unternehmen und werden nicht an die Gesellschafter ausgezahlt. So kann die GmbH weiter wachsen, neue Projekte finanzieren oder Rückstellungen für die Altersvorsorge bilden.
Die Thesaurierung führt zu einer geringeren steuerlichen Belastung, da keine weitere Besteuerung auf Gesellschafterebene erfolgt. Gleichzeitig bleibt das Kapital im Unternehmen verfügbar. Langfristig kann dies helfen, Vermögen zu sichern und zu steigern, ohne es unnötig früh zu versteuern.
Gestaltungsspielräume für Gesellschafter-Geschäftsführer
Als Gesellschafter-Geschäftsführer einer GmbH hast du verschiedene Möglichkeiten, Geld aus GmbH steuerfrei entnehmen zu gestalten. Dazu zählen etwa die Kombination aus Gehalt und Ausschüttung, die Nutzung von Gesellschafterdarlehen, Sachbezügen, Holding-Strukturen oder auch die gezielte Anwendung von Freibeträgen.
Dabei ist wichtig, dass jede Form der Entnahme steuerlich einwandfrei dokumentiert ist. Das bedeutet schriftliche Verträge, eindeutige Verwendungszwecke, klare Buchführung und die Einhaltung gesetzlicher Vorgaben. So lässt sich nicht nur die Steuerlast senken, sondern auch die steuerliche Integrität der GmbH wahren.
Fazit: Geld aus GmbH steuerfrei entnehmen
Es gibt mehrere Wege, wie du Geld aus GmbH steuerfrei entnehmen kannst – zumindest in Teilen und unter bestimmten Voraussetzungen. Ob über das Gesellschafterdarlehen, durch eine Holding, mithilfe von Sachbezügen oder durch das gezielte Ausnutzen steuerlicher Regelungen wie dem Teileinkünfteverfahren, mit der richtigen Strategie lassen sich erhebliche steuerliche Vorteile erzielen.
Voraussetzung ist jedoch immer eine rechtssichere und steuerlich einwandfreie Umsetzung. Wer sich gut informiert, sauber dokumentiert und die richtigen Schritte geht, kann nicht nur Steuern sparen, sondern auch die eigene GmbH langfristig stabil und profitabel führen. Ein erfahrener Steuerberater ist dabei ein unverzichtbarer Partner, um die individuellen Möglichkeiten optimal zu nutzen.
FAQs: Geld aus GmbH steuerfrei entnehmen – Was Sie noch wissen müssen
Wie werden Privatentnahmen aus GmbH versteuert?
Privatentnahmen im klassischen Sinne gibt es bei einer GmbH nicht, da das Vermögen der Gesellschaft strikt vom Privatvermögen der Gesellschafter getrennt ist. Wird dennoch Geld ohne rechtliche Grundlage entnommen, wertet das Finanzamt diesen Vorgang in der Regel als Gewinnausschüttung oder als verdeckte Gewinnausschüttung.
In beiden Fällen ist der Betrag steuerpflichtig. Eine reguläre Gewinnausschüttung wird nach Abzug der Körperschaftsteuer auf Ebene der GmbH beim Gesellschafter entweder über die Abgeltungssteuer oder das Teileinkünfteverfahren besteuert. Liegt eine verdeckte Gewinnausschüttung vor, drohen zusätzlich steuerliche Nachteile für die GmbH, da der Betriebsausgabenabzug entfällt.
Kann man Geld aus seiner GmbH entnehmen?
• über ein Geschäftsführergehalt
• über eine Gewinnausschüttung
• über die Rückzahlung eines Gesellschafterdarlehens
• über steuerlich begünstigte Sachbezüge
• über Auslagenersatz für betriebliche Kosten
Ist es möglich, Geld aus einer GmbH steuerfrei zu entnehmen?
Eine vollständig steuerfreie Entnahme ist nur in sehr engen Grenzen möglich. Steuerfrei bleibt beispielsweise die Rückzahlung eines zuvor gewährten Gesellschafterdarlehens, da hierbei kein Gewinn ausgezahlt wird. Auch bestimmte Sachbezüge oder Kostenerstattungen können steuerfrei oder steuerlich begünstigt sein, wenn sie die gesetzlichen Voraussetzungen erfüllen.
Klassische Entnahmen wie Gehalt oder Gewinnausschüttungen unterliegen hingegen immer einer Form der Besteuerung, entweder auf Ebene der GmbH, auf Ebene des Gesellschafters oder auf beiden Ebenen.
Wie viel Gehalt darf ich mir bei einer GmbH auszahlen?
| Kriterium | Erläuterung |
|---|---|
| Angemessenheit | Das Gehalt muss dem entsprechen, was ein externer Geschäftsführer in vergleichbarer Position verdienen würde |
| Branche | Höhe des Gehalts richtet sich nach Branche, Unternehmensgröße und Verantwortung |
| Unternehmensgewinn | Das Gehalt darf die wirtschaftliche Leistungsfähigkeit der GmbH nicht gefährigen |
| Steuerliche Prüfung | Ein zu hohes Gehalt kann als verdeckte Gewinnausschüttung eingestuft werden |
| Empfehlung | Orientierung an Marktvergleichen und Abstimmung mit dem Steuerberater |








