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Orderflow-Trading & Volumenanalyse im Futures-Handel (Leitfaden)

Der Futures Markt bietet professionellen Tradern einzigartige Optionen, durch präzise Marktanalyse Gewinne zu erzielen. Während traditionelle Chartanalyse sich hauptsächlich auf Preisbewegungen konzentriert, eröffnet die Order Flow Analytik einen tieferen Einblick in die tatsächliche Marktdynamik. Diese Methode analysiert nicht nur, wohin sich der Preis bewegt, sondern auch warum – durch die Betrachtung realer Transaktionen und Handelsvolumen.

Was ist Orderflow-Trading?

Orderflow-Trading bezeichnet die Analyse des Auftragsstroms an der Börse. Ein Order Flow Trader beobachtet, wie Kauf- und Verkaufsaufträge den Markt beeinflussen und welche Preisniveaus besonders stark gehandelt werden. Anders als bei klassischen Indikatoren, die vom Preis abgeleitet werden, basiert diese Methode auf einer unabhängigen Größe: dem tatsächlichen Handelsvolumen.

Die Order Flow Verteilung zeigt dabei an jedem Preisniveau, wie viele Kontrakte gekauft oder verkauft wurden. Diese Information ist besonders wertvoll, da sie das Gleichgewicht zwischen Angebot und Nachfrage transparent macht. Wenn mehr Käufer als Verkäufer im Markt aktiv sind, steigt der Preis zwangsläufig – und genau diese Dynamik lässt sich durch Orderflow-Analyse in Echtzeit nachvollziehen.

Zentrale Werkzeuge der Volumenanalyse

Zentrale Werkzeuge der Volumenanalyse

Die Volumenanalyse stützt sich auf mehrere spezialisierte Tools, die jeweils unterschiedliche Perspektiven auf das Marktgeschehen bieten. Die Kombination dieser Instrumente ermöglicht ein umfassendes Verständnis der Marktstruktur.

Volume Profile – Die horizontale Volumendarstellung

Das Volume Profile zeigt das gehandelte Volumen an spezifischen Preisniveaus. Anders als das klassische Volumen, das zeitlich dargestellt wird, erfolgt hier die Darstellung horizontal entlang der Preisskala. Diese Perspektive offenbart, wo institutionelle Marktteilnehmer große Positionen aufgebaut haben. Moderne Krypto Analyse Programm Lösungen bieten mittlerweile ähnliche Funktionen auch für digitale Assets.

Besonders interessant sind drei Varianten:

  • Volume Profile Micro: Eignet sich für Scalping auf sehr kleinen Zeiteinheiten und zeigt das Volumenprofil in Footprint Charts.
  • Volume Profile Intraday: Zeigt das Tagesprofil und identifiziert die wichtigsten Bereiche des aktuellen Handelstages.
  • Volume Profile Composite: Stellt das Volumenprofil über längere Zeiträume dar und markiert bedeutende Unterstützungs- und Widerstandszonen.

Der VPOC (Point of Control) markiert den Preis mit dem höchsten Handelsvolumen innerhalb einer Periode. Große Institutionen nutzen diese Bereiche häufig für ihre Orders, weshalb sie als Magnetzonen wirken können.

Footprint Charts – Der detaillierte Blick ins Orderbuch

Der Order Flow Chart, auch als Footprint Chart bekannt, stellt das gehandelte Volumen auf Kauf- und Verkaufsseite grafisch dar. Jede Kerze zeigt nicht nur Eröffnungs-, Schluss-, Höchst- und Tiefstkurs, sondern auch die exakte Verteilung zwischen aggressiven Käufern und Verkäufern.

Diese Darstellung ermöglicht es, Marktungleichgewichte frühzeitig zu erkennen. Footprint Charts liefern wichtige Signale:

  • Starke Käufer trotz Verkaufsdruck: Große Verkaufsvolumen können den Preis nicht nach unten drücken – ein bullisches Signal für potenzielle Long-Positionen.
  • Schwache Käufer bei Kaufvolumen: Hohe Kaufvolumen ohne Preisanstieg deuten auf überlegenen Verkaufsdruck hin und warnen vor Long-Einstiegen.
  • Delta-Divergenzen: Wenn das Delta (Differenz zwischen Kauf- und Verkaufsvolumen) nicht mit der Preisbewegung übereinstimmt, kündigt sich häufig eine Trendumkehr an.

Diese Signale helfen dabei, die tatsächliche Marktstärke hinter Preisbewegungen zu bewerten und nicht nur auf die Kursentwicklung zu reagieren.

VWAP – Der volumengewichtete Durchschnittspreis

Der Volume Weighted Average Price (VWAP) berücksichtigt nicht nur den Preis, sondern gewichtet diesen nach dem Handelsvolumen. Institutionelle Händler nutzen den VWAP als Benchmark für ihre Orderausführung. Ein Kauf unter dem VWAP gilt als effizient, da der Einstiegspreis besser ist als der gewichtete Durchschnitt aller Marktteilnehmer.

In Seitwärtsphasen fungiert der VWAP häufig als Magnet, zu dem der Kurs zurückkehrt. In Trendphasen kann er als dynamische Unterstützung (bei Aufwärtstrends) oder Widerstand (bei Abwärtstrends) dienen. 

Professionelle Volumen Trading Software

Für professionelles Orderflow-Trading benötigen Trader spezialisierte Charting Software mit erweiterten Analysefunktionen. Die Anforderungen an solche Plattformen sind hoch: Sie müssen Echtzeit-Datenverarbeitung, verschiedene Charttypen und umfassende Volumen-Indikatoren bieten. Beide Aspekte sind für die Krypto Analyse sowie den Futures-Handel gleichermaßen wichtig.

Besonders erwähnenswert ist die Order Flow Software ATAS, die sich durch ihre spezialisierte Orderflow-Darstellung auszeichnet. Trader nutzen häufig ATAS für die präzise Analyse von Futures-Märkten, da die Plattform detaillierte historische Daten und Echtzeit-Anbindungen an wichtige Börsen bietet. Die Software ermöglicht es, Cluster-Charts, Volume Profiles und Depth-of-Market-Indikatoren parallel zu verwenden. Mit monatlichen Kosten im moderaten Bereich positioniert sich ATAS als professionelle Lösung für ambitionierte Trader.

Neben der Trading-Software selbst spielt die Qualität der Marktdaten eine entscheidende Rolle für erfolgreiches Orderflow-Trading. Für die Datenversorgung benötigen Trader einen zuverlässigen Datenfeed-Anbieter, der stabile Marktdaten ohne Unterbrechungen liefert. Die Verbindung erfolgt über einen regulierten Futures-Broker, der niedrige Kommissionen sowie Mini- und Micro-Kontrakte für Trader mit kleinerem Kapital anbietet. Eine professionelle Orderflow Trading Software sollte nahtlos mit verschiedenen Brokern zusammenarbeiten und Echtzeit-Datenfeeds unterstützen.

Praktische Anwendung im Handel

Praktische Anwendung im Handel

Die Kombination verschiedener Analysetools führt zu präziseren Handelsentscheidungen. Ein typischer Ansatz könnte folgendermaßen aussehen:

  • Volume Profile analysieren: Der Trader identifiziert zunächst Bereiche mit hohem institutionellem Interesse und markiert wichtige Volumenzonen im Chart.
  • VWAP als Orientierung nutzen: Der volumengewichtete Durchschnittspreis dient als Benchmark für das allgemeine Marktniveau und trennt faire von unfairen Preisbereichen.
  • Footprint Chart für Timing: Im detaillierten Footprint Chart sucht der Trader nach Ungleichgewichten zwischen Käufern und Verkäufern, die auf eine bevorstehende Preisbewegung hindeuten.
  • Schlüssellevel beachten: Das Overnight Low und High (ONL/ONH) sowie der Prior Settlement – der finale Abrechnungspreis der regulären Handelssitzung – ziehen häufig Liquidität an und fungieren als Wendepunkte.

Diese systematische Vorgehensweise ermöglicht es, Marktbewegungen nicht nur zu beobachten, sondern auch deren Qualität zu bewerten.

Die Methode eignet sich besonders für kurzfristiges Trading, da sie Informationen in Echtzeit liefert. Daytrader und Scalper nutzen Orderflow-Analyse hauptsächlich im Bereich der Futures, wo echte Volumendaten verfügbar sind. Das Krypto Analyse Tool erweitert diese Möglichkeiten auf digitale Assets, wobei die Datenqualität von der jeweiligen Börse abhängt. Während etablierte Kryptowährungen wie Bitcoin bereits gut analysierbar sind, gewinnen auch neuere Blockchains wie Solana zunehmend an Bedeutung für die technische Analyse.

Die Krypto Chart Analyse folgt dabei ähnlichen Prinzipien wie der Futures-Handel, sofern zentralisierte Börsen mit echten Volumendaten genutzt werden. Ein Chartanalyse Tool sollte daher sowohl traditionelle Märkte als auch digitale Assets abdecken können.

Rechtliche Rahmenbedingungen in Deutschland

Die Bundesanstalt für Finanzdienstleistungsaufsicht (BaFin) hat den Futures-Handel für Privatanleger regulatorisch eingegrenzt. Seit Januar 2023 gilt ein Vertriebs- und Vermarktungsverbot für Futures mit Nachschusspflicht an Kleinanleger. Kleinanleger dürfen nur noch Futures handeln, wenn entweder der Absicherungszweck nachgewiesen wird oder das Wertpapierdienstleistungsunternehmen die Nachschusspflicht vertraglich ausschließt.

Diese Maßnahme soll verhindern, dass Privatpersonen in volatilen Marktsituationen ihr gesamtes Vermögen verlieren. Die BaFin hatte beobachtet, dass mehr als die Hälfte der Kleinanleger Verluste im Futures-Handel erleidet, mit Verlustquoten teilweise über 75 Prozent. Der Negativsaldoschutz begrenzt nun das Verlustrisiko auf den investierten Betrag.

Für professionelle Trader und institutionelle Anleger gelten diese Beschränkungen nicht. Die Regulierung folgt damit einem ähnlichen Ansatz wie beim CFD-Handel, wo die BaFin bereits 2017 die Nachschusspflicht für Privatanleger verboten hatte.

Fazit und Ausblick

Orderflow-Trading und Volumenanalyse bieten Futures-Tradern einen fundierten Ansatz für Handelsentscheidungen. Die Methode erfordert spezialisierte Software, qualitativ hochwertige Marktdaten und eine intensive Einarbeitung. Der Aufwand lohnt sich jedoch, da die Analyse tiefere Einblicke in die Marktmechanik ermöglicht als klassische Chartmuster.

Die technischen Möglichkeiten erweitern sich kontinuierlich, sodass auch digitale Assets zunehmend mit professionellen Volumen-Tools analysiert werden können. Für einen aussagekräftigen Krypto Vergleich Chart sind jedoch echte Volumendaten von zentralisierten Börsen erforderlich. Dieser Bereich befindet sich noch in der Entwicklung aber bietet vielversprechende Aussichten.

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